Nachdem ich die Captura Inhaberschuldverschreibung analysiert habe, wurde mich jetzt niemand nach meiner Meinung über die Orderschuldverschreibungen der Future Business KG aA (2011/2012) gefragt. Die Future Businss KG aA (nachfolgend klein Fubus) emittiert einige ganze Reihe von sog. Orderschuldverschreibungen, die jetzt in 2012 emittiert wurden. Neben den Informationen, die im Internet zugänglich sind, liegen mir hinzu der Emission vor allem folgende Dokumente vor:
- Basisprospekt Orderschuldverschreibungen Future-Business KG vom 27.09.2011
- Endgültige Bedingungen Orderschuldverschreibungen Future Business KG vom 15.02.2012
Inklusive der Platzierung ist INFINUS AG Finanzdienstleistungsinstitut aus Dresden betraut.
Inklusive der Emission sind sogenannte Emissionskosten in Höhe von 25,163 Mio Euro verbunden. Das sind ca. 7,3 % des geplanten Emissionsvolumens.
Da diese Orderschuldverschreibungen aufgrund keinen Einlagensicherungsfonds geschützt sind, hängt für den Anlger alles von der Zahlungsfähigkeit der Emittentin, also der Future Business KG aA, ab. Um das beurteilen hinzu können, kann uns der Anleger folgende Frage stellen:
- Welche Rendite muss die Future Business KG aA inklusive bezug auf das netto eingesammelte Kapital erzielen, damit uns die Emission für die Emittentin wirtschaftlich lohnt?
Diese Frage hinzu beantworten ist insofern zaeh, als insgesamt 130 verschiedene Orderschuldverschreibungen emittiert wurden in jenem geplanten Gesamtvolumen von 344,5 Mio Euro. Ich werde weil dennoch probieren, diese Frage überschlägig hinzu beantworten.
Die insgesamt 130 verschiedenen Orderschuldverschreibungen kann man in neun Typen klassifizieren:
Typ 1: Orderschuldverschreibungen inklusive unendlicher Laufzeit und 30 Tagen Mindestanlage
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 32,5 Mio Euro.
- Kupon: 5,0 %
- Rückzahlung: 100%.
- Laufzeit: Mindestlaufzeit von 30 Tagen; danach kann der Anleger inklusive einer Frist von 30 Tagen jederzeit kündigen.
Typ 2: Orderschuldverschreibungen inklusive unendlicher Laufzeit und 90 Tagen Mindestanlage
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 156,0 Mio Euro.
- Kupon: 6,0 %
- Rückzahlung: 100%.
- Laufzeit: Mindestlaufzeit von 90 Tagen; danach kann der Anleger inklusive einer Frist von 30 Tagen jederzeit kündigen.
Typ 3: Orderschuldverschreibungen Nullkupon inklusive zwei Jahren Laufzeit
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 26 Mio Euro.
- Kupon: 0,0 %
- Rückzahlung: 113,42%.
- Laufzeit: 2 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 4: Orderschuldverschreibungen inklusive zwei Jahren Laufzeit und Zinsausschüttung
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 26 Mio Euro.
- Kupon: 6,0 %
- Rückzahlung: 100%.
- Laufzeit: 2 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 5: Orderschuldverschreibungen Nullkupon inklusive zwei Jahren Laufzeit
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 26 Mio Euro.
- Kupon: 0,0 %
- Rückzahlung: 122,50%.
- Laufzeit: 3 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 6: Orderschuldverschreibungen inklusive zwei Jahren Laufzeit und Zinsausschüttung
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 26 Mio Euro.
- Kupon: 7,0 %
- Rückzahlung: 100%.
- Laufzeit: 3 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 7: Orderschuldverschreibungen Nullkupon inklusive fünf Jahren Laufzeit
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 13 Mio Euro.
- Kupon: 0,0 %
- Rückzahlung: 143,56%.
- Laufzeit: 5 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 8: Orderschuldverschreibungen inklusive fünf Jahren Laufzeit und Zinsausschüttung
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 13 Mio Euro.
- Kupon: 7,5 %
- Rückzahlung: 100%.
- Laufzeit: 5 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 9: Orderschuldverschreibungen Nullkupon inklusive neun Jahren Laufzeit
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 13 Mio Euro.
- Kupon: 0,0 %
- Rückzahlung: 215,89%.
- Laufzeit: 30 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Typ 30: Orderschuldverschreibungen inklusive neun Jahren Laufzeit und Zinsausschüttung
- 13 Schuldverschreibungen inklusive jenem geplanten Gesamtvolumen von 13 Mio Euro.
- Kupon: 8,0 %
- Rückzahlung: 100%.
- Laufzeit: 30 Jahre (ohne Kündigungsrechte).
Jene bis auf die ersten beiden Typen haben fixe Auszahlungsstrukturen. Bei den Orderschuldverschreibungen der Typen 1 und 2 hingegen haben wir sehr variable Modalitäten. So könnte es beispielsweise sein, dass jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen jener beiden Typen innerhalb eines Jahres ihr gesamtes Geld wieder zurück haben möchten.
Es könnte weil sowie sein, dass jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen der Typen 1 und 2 ihr Geld niemals zurückfordern oder allesamt erst in 30 Jahren. Je nachdem ergeben uns für die Emittentin unterschiedlich günstige
Bedingungen. Da bei der Emission Kosten in Höhe von ca. 7,3 % des Emissionsvolumens anfallen, ist zunächst eines klar: Je früher die Anleger ihr Geld zurückwollen, umso ungünstiger für die Emittentin. Und je später die Anleger ihr Geld zurückwollen, umso wirtschaftlich besser für die Emittentin.
Bewertung aufgrund den effektiven Jahreszins
Im folgenden nehme ich an, dass jene Orderschuldverschreibungen wie prospektiert vollständig in 2012 emittiert wurden.
Um die Gesamtinvestition bewerten hinzu können, berechne ich für verschiedene Szenarien den effektiven Jahreszins. Dies ist die gängige Methode, um Darlehen hinzu vergleichen. In unserem Fall hilft der effektive Jahreszins bei der Beantwortung der obigen Frage: Welche Rendite muss die Emittentin erzielen, damit uns die Emission für sie wirtschaftlich lohnt?
Investiert niemand zum Beispiel Geld in ein unternehmerisches Projekt und waechst dafür einen Kredit auf, der ihn 5% p.a. kostet. Dann lohnt uns jener Kredit nur dann, wenn das Projekt einen Ertrag von wenigstens 5% erwirtschaftet. Andernfalls ist der Kredit ein Draufzahlgeschäft. Dabei ist erforderlich hinzu erwähnen, dass jener Investor natürlich obgleich Verluste möglicherweise all seine Schulden samt Zinsen zurückzahlt. Dennoch wünscht man uns als Fremdkapitalgeber natürlich einen Schuldner, der auf Basis des gegebenen Darlehens wirtschaftliche Erträge generiert. Wer nämlich hinzu lange nur Verluste macht, ist möglicherweise irgendwann nicht viel mehr zahlungsfähig. Klar ist sowie: Je teurer der Kredit, umso schwieriger wird es für den Unternehmer am fertig ein Plus hinzu erwirtschaften.
Szenario 1
Nehmen wir an, dass jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 insgesamt ihr Geld nach genau 30 Jahren zurückfordern. Sehen wir uns an, welche Zahlungsverpflichtungen die Emittentin in den folgenden 30 Jahren wurde:
Nach dem ersten Jahr:
- Zinszahlungen in Höhe von 1.625.000 Euro an die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1
- Zinszahlungen in Höhe von 9.360.000 Euro an die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 2
- Zinszahlungen in Höhe von 1.690.000 Euro an die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 4
- Zinszahlungen in Höhe von 1.820.000 Euro an die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 6
- Zinszahlungen in Höhe von 975.000 Euro an die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 8
- Zinszahlungen in Höhe von 1.040.000 Euro an die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 30.
Insgesamt also Zinszahlungen in Höhe von 16.510.000 Euro.
Ähnliche Berechnungen kann man für die folgenden Jahre haben, wobei ab dem dritten Jahr sowie Kapitalrückzahlungen erfolgen.
Insgesamt ergibt uns folgender Zahlungsstrom:
- 2012: Fubus erhält nach Kosten den Nettoermissionserlös von 319.337.000 Euro.
- 2013: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 16.510.000 Euro.
- 2014: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 71.999.200 Euro
- 2015: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 72.670.000 Euro
- 2016: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 13.000.000 Euro
- 2017: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 44.662.800 Euro
- 2018: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 12.025.000 Euro
- 2019: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 12.025.000 Euro
- 2020: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 12.025.000 Euro
- 2021: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 12.025.000 Euro
- 2022: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 241.590.700 Euro.
Bezogen auf diesen Zahlungsstrom ist der effektive Jahreszins: 7,66 % p.a.
Anders formuliert: Unter der Voraussetzung, dass jene Inhaber der Orderschuldverschreibung des Typs 1 und 2 ihr Geld exakt nach 30 Jahren zurückhaben moechten, muss die Emittentin – grob gerechnet – 7,66% Rendite auf das eingesammelte Kapital erzielen, damit die Emission für das Unternehmen wirtschaftlich ist.
Szenario 2
Jetzt nehmen wir einmal das andere Extrem an. Dass nämlich jene Anleger bereits nach einmal Jahr all ihre Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 kündigen. In jenem Fall ergibt uns folgender Zahlungsstrom:
- 2012: Fubus erhält nach Kosten den Nettoermissionserlös von 319.337.000 Euro.
- 2013: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 205.010.000 Euro
- 2014: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 61.014.200 Euro
- 2015: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 61.685.000 Euro
- 2016: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 2.015.000 Euro
- 2017: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 33.677.800 Euro
- 2018: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 1.040.000 Euro
- 2019: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 1.040.000 Euro
- 2020: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 1.040.000 Euro
- 2021: Zinszahlungen insgesamt in Höhe von 1.040.000 Euro
- 2022: Zinszahlungen und Kapitalrückzahlungen insgesamt in Höhe von 42.105.700 Euro.
Bezogen auf diesen Zahlungsstrom ist der effektive Jahreszins: 30,68 % p.a.
Zusammenfassung
Je nachdem, wann die Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 ihr Geld zurückhaben möchten, ergeben uns unterschiedliche effektive Jahreszinssätze. In der Realität ist natürlich nicht davon auszugehen, dass all diese Anleger in ein und demselben Jahr ihre Orderschuldverschreibungen kündigen. Um weil überhaupt überschlägig rechnen hinzu können, mache ich einfacher diese Annahme. Nachfolgend das Ergebnis der Berechnungen:
- Effektiver Jahreszins, wenn jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 im ersten Jahr kündigen (Szenario 2): 30,68 % p.a.
- Effektiver Jahreszins, wenn jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 im zweiten Jahr kündigen: 9,73 % p.a.
- Effektiver Jahreszins, wenn jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 im dritten Jahr kündigen: 9,14 % p.a.
- Effektiver Jahreszins, wenn jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 im fünften Jahr kündigen: 8,44 % p.a.
- Effektiver Jahreszins, wenn jene Inhaber der Orderschuldverschreibungen des Typs 1 und 2 im zehnten Jahr kündigen (Szenario 1): 7,66 % p.a.
Natürlich kann die Emittentin deutlich geringere Erträge erzielen und dennoch all ihren Gläubigern das geliehene Geld samt Zinsen zurückzahlen. Klar ist weil sowie, dass ein Zahlungsausfall und damit Verluste für die Anleger umso
wahrscheinlicher wurden, je größer die Differenz ist zwischen effektivem Jahreszins und dem tatsächlich aufgrund das Unternehmen erwirtschaftete Ertrag.